25.09.2025
Im Tarifvertrag geregelt
Die Untersuchung der möglichen Betrugsaffäre rund um Kawhi Leonard und die Los Angeles Clippers steht erst am Anfang. Trotz einiger Indizien ist der Ausgang noch völlig unklar. Sollte es jedoch zu einer Verurteilung kommen: Welche Sanktionen sieht die NBA vor?

Nach einer Investigativrecherche von Journalist Pablo Torre stehen die Los Angeles Clippers und Franchise-Inhaber Steve Ballmer im Verdacht, den Salary Cap umgangen zu haben. Über eine Drittfirma sollen zusätzliche Gelder an Superstar Kawhi Leonard geflossen sein. Alles Bekannte dazu haben wir bereits hier aufgeschlüsselt.
Inzwischen hat sich auch NBA-Commissioner Adam Silver eingeschaltet und eine bekannte New Yorker Rechtsanwaltskanzlei mit der Untersuchung beauftragt.
Wie könnte die NBA schließlich reagieren, sollten sich die Befürchtungen bewahrheiten? Wir klären, welche Instrumente zur Sanktion der Liga zur Verfügung stehen.
Geregelt ist dieser Fall in Artikel XIII., "Umgehung" des Tarifvertrags. Hier wird dem Angeklagten das Recht zugesprochen, in Berufung gehen zu können. Sollte anschließend dennoch eine Verletzung des Vertrags festgestellt werden, können folgende Sanktionen verhängt werden:
1) Geldbuße von bis zu 7,5 Mio. Dollar
2) Aberkennung von Draftpicks
3) Auflösung des Spielervertrags
4) Geldbuße von bis zu 350.000 Dollar gegen den Spieler und Verpflichtung unrechtmäßig erhaltenes Geld zurückzuzahlen
5) Verbot weiterer Vertragsverhältnisse zwischen dem jeweiligen Spieler und Team
6) Einjährige Suspendierung von jeglichem Teampersonal, welches in die Vertragsverletzung involviert war (auch Besitzer, General Manager etc.)
Manche Strafen sind hier deutlich ernster zu nehmen als andere. So wäre die Maximalstrafe von 7,5 Millionen Dollar für Milliardär Ballmer lediglich ein Strafzettel. Gleiches gilt für die 350 Tausend für Leonard.
Schmerzhafter ist da die Aberkennung von zukünftigen Draftpicks. Als die NBA zuletzt mit einem solchen Fall umzugehen hatte - 1999 wurden die Minnesota Timberwolves und Forward Joe Smith verbotener Absprachen überführt - zog die Liga insgesamt fünf Erstrundenpicks ein. Im Zuge des Berufungsverfahrens erhielt die Franchise letztlich zwei dieser Picks zurück.
Julius Ostendorf