01.08.2025
NY in perfekter Ausgangslage
Mikal Bridges hat zu teamfreundlichen Konditionen vorzeitig bei den New York Knicks verlängert. Während der Vertrag beiden Seiten langfristige Sicherheit bietet, hält er auch viele Optionen offen.

Wenn es ums Verträgeaufsetzen geht, macht den Knicks in der NBA niemand was vor. Nach Bridges' neuem Vierjahresvertrag über 150 Mio. und vier Jahre steht der harte Kern um ihn, Jalen Brunson, Karl-Anthony Towns, OG Anunoby und Josh Hart noch für die nächsten drei Jahre garantiert unter Vertrag.
Auf dem Papier ist das eine der Top-3 Starting Fives der NBA, die es irgendwie schafft, trotz der geballten Star-Power unter dem Second Apron zu bleiben. Dies ist vor allem dem Entgegenkommen ihrer Stars zu verdanken, der Standort New York macht es aber natürlich auch leichter, auf ein paar Millionen zu verzichten. Im Fall von Bridges waren es tatsächlich nur rund sechs Mio., während Brunson auf mehr als 100 Mio. verzichtet hat.
Er verlängerte vergangenen Sommer vorzeitig für vier Jahre und 156 Mio., hätte er bis diesen Sommer gewartet, hätte er ohne Frage von den Knicks den vollen Max über fünf Jahre und 270 Mio. bekommen. Durch diese Deals bleibt New York finanziell flexibel, um seine Superstars mit einem möglichst guten Supporting Cast zu unterstützen. Bridges' Vertrag hat dabei noch ein paar weitere Besonderheiten, die dem Team weiterhin Spielraum bieten.
Vor allem ist der Zeitpunkt der Unterschrift hier nennenswert. Laut Shams Charania einigten sich die beiden Parteien am 31. Juli auf die vorzeitige Verlängerung. Laut den Regularien kann Bridges damit für sechs Monate nicht transferiert werden, der neue Stichtag hierfür ist in seinem Fall der 31. Januar. Das ist deshalb interessant, weil die Trade-Deadline der kommenden Saison erst am 5. Februar endet. Bedeutet: Trotz eines neuen Vertrags können die Knicks Bridges Mitte kommender Saison wieder traden.
Das war ein ganz klares Entgegenkommen von Bridges. Hätte er bis zum 7. August gewartet, wäre er faktisch für ein ganzes Jahr lang nicht tradebar gewesen. So hat es beispielsweise Lauri Markkanen 2024 gemacht, als er an eben jenem 7. August seine Verlängerung unterzeichnete.
Im Gegenzug haben die Knicks dem Forward aber auch ein paar nette Details in das Kleingedruckte reingeschrieben. Zum einen beinhaltet sein Vertrag für das letzte Vertragsjahr eine Spieler-Option. Die Knicks sind bekannt dafür, diese nicht gerne rauszugeben, vor allem nicht an alternde Spieler. Bridges wird im Sommer 2029 schließlich schon 33 sein und kann sich dann ohne finanziellen Druck einen neuen Arbeitgeber suchen, da er seine Option in der Hinterhand hält.
Die zweite Besonderheit des Vertrags ist ein Trade-Kicker. Bridges wollte unbedingt im Big Apple spielen und hat extra dafür auf Gehalt verzichtet. Sollte er jetzt zu irgendeinem Zeitpunkt seines Vertrags per Trade weggeschickt werden, steigt sein Salär automatisch und bringt ihm die liegengelassenen Millionen dann auf anderem Wege ein.
Relevant wird das in naher Zukunft vor allem, falls Giannis auf den Markt kommt. Die Knicks werden schon länger mit dem Griechen in Verbindung gebracht. Es ist davon auszugehen, dass er zunächst in Milwaukee bleibt und falls es, wie zu erwarten, nicht so rosig läuft, vielleicht zur Trade Deadline ein möglicher Kandidat für einen Blockbuster Deal wird. Brunson wird NY nicht abgeben wollen, KAT und OG sind teuer. Ein Paket um Bridges, Mitchell Robinson, junge Spieler + den 2030er Pick könnte dagegen interessant für die Bucks sein.

Klar ist aber auch, dass die Knicks Bridges nicht für viel weniger als Giannis abgeben werden. Er ist einer der besten 3-and-D-Spieler der Liga, in einem guten Alter auf einem ordentlichen Vertrag. Zwar war sein erstes Jahr nicht so gut, wie man erhoffen konnte, die Knicks haben aber trotzdem das erste Mal seit 25 Jahren die Conference Finals erreicht und werden durch die Pausen von Boston und Indiana eine gute Chance auf die Finals haben.
Die Knicks werden die kommenden drei Jahre voll All-In gehen, während ihre Stars alle unter Vertrag stehen und sie noch keine harten Strafen durch das Second Apron befürchten müssen. In der kommenden Saison bleiben sie unter der Gehaltsgrenze, mit Beginn von Bridges' Vertrag 2026 und der potenziellen Verlängerung von Robinson wird damit aber Schluss sein.
| PG | SG | SF | PF | C |
|---|---|---|---|---|
| Jalen Brunson | Mikal Bridges | O.G. Anunoby | Karl-Anthony Towns | Mitchell Robinson |
| Miles McBride | Jordan Clarkson | Josh Hart | Guerschon Yabusele | Ariel Hukporti |
| Tyler Kolek | Pacome Dadiet | - | - | - |
Das ist aber alles einkalkuliert. Erst wenn ein Team drei Jahre in einem Zeitraum von fünf Saisons über dem Second Apron ist, wird der Ersrundenpick an Position 30 gepackt, davor gibt es "nur" finanzielle und personelle Einschränkungen. Diese zwei Saisons werden 2026/27 und 2027/28 sein, danach werden KAT und Hart UFA. New York wird im Sommer 2028 also so handeln, dass sich ihre Gehälter wieder unter dieser Grenze befinden.
Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch, dass die Franchise jetzt drei Jahre Zeit hat, mit einem der besten Kader der Liga einen Titel zu gewinnen und sich gleichzeitig noch eine Tür für Antetokounmpo offenhält. Könnte schlecht aussehen für die New Yorker.
Gianluca Fraccalvieri