07.05.2025
Neuausrichtung mit Signalwirkung
Nach 24 Jahren in EuroLeague und im EuroCup schlägt Alba Berlin ein neues Kapitel auf: Die Hauptstädter treten ab der Saison 2025/26 in der Basketball Champions League an. Ein strategischer Schritt mit Signalwirkung für den europäischen Basketball.

Alba Berlin, einer der traditionsreichsten und erfolgreichsten Basketballclubs Deutschlands, nimmt ab der kommenden Saison an der Basketball Champions League teil. Damit kehren die Albatrosse nach über zwei Jahrzehnten den Wettbewerben unter dem EuroLeague-Dach den Rücken. Von 2001 bis 2025 war Alba ununterbrochen in der EuroLeague (12 Saisons) und im EuroCup (ebenfalls 12 Saisons) vertreten. Nun folgt die Rückkehr zu einem FIBA-geführten Wettbewerb, mit einer klaren strategischen Stoßrichtung.
Alba-Geschäftsführer Marco Baldi begründet den Wechsel mit den veränderten Rahmenbedingungen in der EuroLeague: "Die Bedingungen für einen Startplatz haben sich zuletzt extrem verändert." Gemeint ist unter anderem die teure Wildcard-Regelung, die rund fünf Millionen Euro kosten soll. Ohne garantierte Einnahmen für Nicht-A-Lizenz-Klubs wie Alba.
Stattdessen will der Hauptstadtclub in einem nachhaltigeren Umfeld agieren. "Mit unseren Werten und unserem auf wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Kollaboration und Entwicklung der Sportart ausgerichteten Programm wollen wir weiter die Zukunft des europäischen Basketball-Ökosystems mitgestalten", so Baldi. Die BCL biete dafür laut Alba die passende Plattform.
Die BCL, organisiert vom Basketball-Weltverband FIBA, geht 2025/26 in ihre zehnte Saison und hat sich in den letzten Jahren als ambitionierter Gegenentwurf zur EuroLeague etabliert. In der laufenden Spielzeit 2024/25 nahmen 32 Teams aus 16 Ländern teil. Das Final Four findet am kommenden Wochenende in Athen statt, mit hochkarätiger Beteiligung von Teams wie AEK Athen, Galatasaray und Malaga.
Patrick Comninos, CEO der BCL, sieht in der Aufnahme von Alba Berlin einen "bedeutenden Meilenstein" für den Wettbewerb. Berlin sei ein Schlüsselmarkt, Alba ein Klub mit großer Tradition, moderner Infrastruktur und starker Nachwuchsarbeit.
Auch DBB-Präsident Ingo Weiss begrüßt die Entscheidung: "Dass sich mit Alba Berlin jetzt ein gestandener Euroligist für die BCL entscheidet, unterstreicht den Stellenwert der Liga."
Hintergrund der aktuellen Entwicklungen ist auch die angekündigte Kooperation zwischen FIBA und NBA. Im März wurden erste Pläne für eine neue europäische Profi-Liga vorgestellt, eine Art "NBA Europa". Die Albatrosse gelten als möglicher Kandidat für diese Liga, die 2026 starten könnte.
Die Auslosung der BCL-Gruppenphase erfolgt am 2. Juli 2025 in Lausanne. Der Startschuss für die neue Saison fällt am 7. Oktober. Übertragen werden die Spiele in Deutschland von Dyn.
kon