22.04.2025
Pistons vor erstem Playoff-Heimspiel seit 2019
Wieder sah alles nach einem Knicks-Comeback aus - doch diesmal behielt Detroit die Nerven und beendete seinen 17-jährigen Playoff-Fluch. Nach dem Ausgleich in der Serie gaben Spieler und Coaches Einblicke in das, was auf dem Feld entschieden wurde - und darüber hinaus mitschwang.

Der Madison Square Garden bebte. Die Knicks hatten einen 15-Punkte-Rückstand aufgeholt, Josh Hart hatte zum Ausgleich gedunkt - New York war zurück im Spiel, und die Halle kochte. Dann kam Dennis Schröder. 55 Sekunden vor Schluss stieg der Routinier zum Dreier hoch - und traf. Plötzlich war es still. Der eiskalte Wurf zur Führung beendete nicht nur den Lauf der Knicks, sondern unterstrich auch die neue Reife eines jungen Pistons-Teams, das aus Spiel 1 gelernt hatte. Dort hatten die Knicks sich mit einem 21:0-Lauf im Schlussviertel noch den Sieg gesichert.
"Er ist einfach furchtlos", sagte Pistons-Coach J.B. Bickerstaff nach dem Spiel über Schröder. "Kein Moment, kein Publikum, kein Lärm kann ihn aus der Ruhe bringen. Wenn man sich seine Geschichte ansieht, weiß man, dass er in wichtigen Spielen entscheidend ist." Der 31-Jährige rechtfertigte das Vertrauen mit dem wohl wichtigsten Wurf des Abends - und einer abgeklärten Leistung in der Schlussphase.
Genau diese Abgeklärtheit hatte Detroit in Spiel 1 noch vermissen lassen. Auch am Montag schien es kurz so, als würde die Geschichte sich wiederholen: Wieder führten die Pistons nach drei Vierteln mit acht Punkten (zwischenzeitlich sogar mit 15), wieder kam New York zurück. Doch diesmal reagierte das Team - auch emotional - anders. "Wir haben einen Weg gefunden, ruhig zu bleiben und uns zu sammeln", sagte Cade Cunningham. Der Anführer der Pistons lieferte nicht nur 33 Punkte, sondern auch wichtige Akzente, als die Partie auf der Kippe stand.
Bei den Knicks dagegen blieb vieles beim Alten - inklusive der Unzufriedenheit mit der Linie der Schiedsrichter. Tom Thibodeau kritisierte nach dem Spiel die Freiwurfbilanz deutlich: "Eine riesige Diskrepanz. Ich verstehe nicht, wie es auf der einen Seite Drives mit Kontakt gibt, die nicht gepfiffen werden." Gemeint war vor allem das Duell zwischen Cade Cunningham und Jalen Brunson, die sich über weite Strecken des Spiels in der Offensive duellierten. Thibodeau ergänzte: "Mir ist es völlig egal, wie sie das Spiel pfeifen - solange es auf beiden Seiten konsistent ist. Wenn Cade für marginalen Kontakt an die Linie geht, dann muss Jalen dieselben Pfiffe bekommen."

Faktisch war die Freiwurfbilanz zwischen den Stars nahezu ausgeglichen - sowohl Cunningham als auch Jalen Brunson kamen auf jeweils über zehn Versuche. Doch das Unverständnis bei den Knicks saß tiefer, wohl auch wegen des verzögerten Anpassens im Spiel. "Wir müssen einfach früher reagieren - egal, wie gepfiffen wird", sagte Brunson, der mit 37 Punkten zwar glänzte, sich aber auch eine defensive Abstimmungspanne mit Josh Hart eingestand, die Schröders Dagger ermöglichte: "Das darf uns nicht passieren. Wir kennen uns zu lange, um so etwas zu verkacken."
Während sich Detroit auf das erste Playoff-Heimspiel seit 2019 freut, stehen die Knicks vor einem Spiel 3 mit vielen offenen Fragen: Wie bekommen sie Karl-Anthony Towns besser eingebunden, der in der zweiten Hälfte punktlos blieb? Wie gehen sie mit dem steigenden Druck um? Und vor allem: Wie reagieren sie auf ein Pistons-Team, das plötzlich wirkt, als hätte es genau das gebraucht - ein Spiel zum Wachsen.
| Spiel | Datum | Uhrzeit | Team 1 | Team 2 | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 20. April (So). | 0 Uhr | Knicks | Pistons | 123:112 |
| 2 | 22. April (Di) | 1.30 Uhr | Knicks | Pistons | 94:100 |
| 3 | 25. April (Fr) | 1.00 Uhr | Pistons | Knicks | |
| 4 | 27. April (So) | 19 Uhr | Pistons | Knicks | |
| 5* | 30. April (Mi) | tba | Knicks | Pistons | |
| 6* | 2. Mai (Fr) | tba | Pistons | Knicks |
sgm
| 7* | 3. Mai (Sa) | tba | Knicks | Pistons |